Pilze im Organismus
Zu den häufig vorkommenden Hefepilzen gehören Candida-Arten. Warmblüter bieten ihnen mit Wärme und verfügbaren Kohlenhydraten günstige Lebensbedingungen. Sie können sich unter anderem im Verdauungstrakt befinden. Schimmelpilze wie Aspergillus-Arten benötigen dagegen Sauerstoff und können vor allem die Atemwege betreffen. Ob tatsächlich eine behandlungsbedürftige Pilzerkrankung vorliegt, muss anhand des individuellen Tieres und geeigneter Untersuchungen beurteilt werden.


Auslöser
Pilze können unbemerkt im Darm oder auf der Haut des Tieres vorkommen. Wird das natürliche Gleichgewicht etwa durch eine geschwächte Abwehr, Verletzungen, eine gestörte Darmflora oder bestimmte notwendige Medikamentengaben beeinflusst, kann eine stärkere Besiedlung begünstigt werden. Auch verunreinigtes Futter, Silage, kontaminiertes Heu oder Zusatzfutter kommen als mögliche Einflussfaktoren infrage. Nach einer Antibiotika- oder Kortisonbehandlung kann es sinnvoll sein, gemeinsam mit der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt den Zustand der Darmflora und unterstützende Maßnahmen zu besprechen.
Mögliche Entwicklungsstufen
Pilzbesiedlungen können unterschiedlich verlaufen. Die folgende vereinfachte Darstellung beschreibt mögliche Stadien:
- Pilze besiedeln Haut oder Schleimhäute, ohne bei intakter Haut- und Darmflora Beschwerden zu verursachen.
- Durch geschwächte Abwehrmechanismen oder eine gestörte Barriere können sie in oberflächliche Gewebeschichten eindringen.
- Eine örtlich begrenzte Schleimhautinfektion kann sich entwickeln; eine Candida-Infektion der Schleimhaut wird auch als Soor bezeichnet.
- In schweren Fällen können Erreger in die Blutbahn gelangen und eine systemische Infektion auslösen. Dies ist ein tiermedizinischer Notfall.
Symptomatik
Die Beschwerden sind unspezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben. Zu den möglichen Beobachtungen gehören:
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Abmagerung trotz ausreichender Nährstoffzufuhr
- Stumpfes oder struppiges Fell
- Blähungen
- Wechselnder Kot, Kotwasser oder Kolikneigung
- Kurzatmigkeit oder Herz-Kreislauf-Beschwerden
- Auffälligkeiten von Leber oder Nieren
- Juckreiz im Analbereich
- Atemwegs- oder Lungenprobleme
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Magenbeschwerden oder Magengeschwüre
- Entzündliche Beschwerden
- Beim Pferd zusätzlich Hautentzündungen wie Mauke
Diagnostik
Eine Kotprobe kann Hinweise geben, ist jedoch nicht in jedem Fall eindeutig. In meiner Praxis beziehe ich außerdem die ausführliche Anamnese, vorhandene tierärztliche Befunde sowie die Fütterungs- und Medikamentengeschichte ein. Ergänzend arbeite ich mit Bioresonanz. Diese gehört zur alternativen Medizin und ist naturwissenschaftlich-schulmedizinisch nicht anerkannt. Bei akuten, schweren oder unklaren Beschwerden ist eine tierärztliche Diagnostik erforderlich.
Behandlung
Das Behandlungskonzept wird individuell zusammengestellt. Es kann Maßnahmen zur Regulierung einer übermäßigen Pilzbesiedlung, zur Unterstützung der Schleimhaut und zum Aufbau der Darmflora umfassen. In meiner Praxis kommen dafür je nach Befund eine Spritzenkur, Akupunktur zur begleitenden Unterstützung von Organfunktionen sowie oral verabreichte Darmbakterien zum Einsatz. Fütterung, bestehende Erkrankungen und bereits verordnete Medikamente werden dabei berücksichtigt. Arzneimittel dürfen nicht eigenmächtig abgesetzt oder verändert werden.
Warum ein Gesamtkonzept wichtig ist
Eine alleinige Behandlung gegen Pilze berücksichtigt mögliche zugrunde liegende Faktoren häufig nicht. Deshalb werden unter anderem Darmflora, Schleimhaut, Fütterung, Haltung und vorausgegangene Medikamentengaben gemeinsam betrachtet. Ob eine Futterumstellung sinnvoll ist, wird für jedes Tier individuell entschieden; pauschale strenge Diäten sind nicht Bestandteil des Konzepts.
Behandlungsverlauf
Die Wirkung einer Spritzenkur wird in der Praxis über einen Zeitraum von etwa sechs bis acht Wochen beurteilt. Der Magen-Darm-Trakt ist ein komplexes System mit einer großen Schleimhautoberfläche und einer vielfältigen Gemeinschaft aus Mikroorganismen. Deshalb kann der Verlauf von Tier zu Tier unterschiedlich sein und eine erneute Beurteilung oder Anpassung des Behandlungskonzepts notwendig werden. Die Beschreibung ist vor allem auf Pferde ausgerichtet; vergleichbare Fragestellungen können auch bei Hunden und Katzen auftreten.
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