Entstehung und Folgen
Die ursprünglich elastische Knorpelsubstanz kann unter anderem durch altersbedingten Verschleiß, Gelenkentzündungen, Durchblutungsstörungen, Unfälle, Infektionen, Fehlstellungen, Ernährungsmängel, Überfütterung oder unzureichend versorgte Gelenkerkrankungen geschädigt werden. Der Knorpel verliert zunehmend seine Funktion als Stoßdämpfer und Gleitfläche. Veränderungen der Gelenkoberfläche, eingeschränkte Beweglichkeit und Schmerzen können die Folge sein. Da zerstörter Gelenkknorpel nicht vollständig wiederhergestellt werden kann, ist die Arthrosetherapie vor allem eine symptomatische und langfristig begleitende Behandlung.
1. Knorpelumbau
Auch wenn bereits entstandene Schäden nicht einfach rückgängig gemacht werden können, lässt sich der weitere Verlauf häufig positiv beeinflussen. Eine wichtige Rolle spielen geeignete Haltungsbedingungen und regelmäßige, dosierte Bewegung. Das gilt besonders für Pferde, die bei reiner Boxenhaltung nur wenig Auslauf haben. Bewegung unterstützt die Verteilung der Gelenkflüssigkeit, über die der Knorpel mit Nährstoffen versorgt wird. In meiner Praxis kommen ergänzend organbezogene Präparate im Rahmen einer mehrteiligen Injektionskur zum Einsatz. Nach dem Konzept der zytoplasmatischen Therapie sollen sie die Knorpelzellen und die Regeneration des geschädigten Gewebes unterstützen. Auswahl und Ablauf werden individuell auf das Tier und die vorhandenen Befunde abgestimmt.
2. Schmerzsymptomatik
Arthrose kann zu ausgeprägten und dauerhaft wiederkehrenden Schmerzen führen. Neben der tierärztlichen Schmerzbehandlung nutze ich Akupunktur und – nach sorgfältiger individueller Prüfung – die Goldimplantation als alternative Behandlungsmethoden. Bei der klassischen Akupunktur werden ausgewählte Punkte mit feinen Stahlnadeln stimuliert; je nach Tierart und Erkrankung verbleiben die Nadeln etwa 10 bis 30 Minuten im Körper. Bei der Goldimplantation werden sehr kleine Stücke aus hochreinem Gold dauerhaft in ausgewählte Akupunkturpunkte eingebracht. Dadurch soll ein länger anhaltender Reiz entstehen. Ob dieses Verfahren im Einzelfall geeignet ist und welche tierärztlichen Maßnahmen zusätzlich erforderlich sind, muss vor der Behandlung sorgfältig abgeklärt werden. Ein bestimmter Behandlungserfolg kann nicht zugesichert werden.
3. Rheumatischer Schmerz
Rheumatische Beschwerden können sich beispielsweise bei Wetterwechsel oder nach Überlastung verstärken. Dosierte, kontinuierliche Bewegung und eine individuell ausgewählte begleitende Behandlung können dabei helfen, die Beschwerden zu lindern. In meiner langjährigen Praxis wurden bei vielen behandelten Tieren deutliche und teilweise lang anhaltende Verbesserungen beobachtet; einige Pferde konnten anschließend wieder im Sport eingesetzt werden. Andere Tiere sprachen nur teilweise auf die Behandlung an und benötigten zusätzliche Maßnahmen wie Magnetfeldtherapie oder eine Anpassung des Behandlungskonzepts. Diese Beobachtungen sind Erfahrungswerte und keine Garantie für den Verlauf bei einem einzelnen Tier.
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